Schulkind läuft langsam rund

Nach einem schönen ersten Schultag war für Lisa die erste Woche in der Schule nicht so schön. Da gleich am 2. Tag Mami für eine Geschäftsreise in die Schweiz mußte, hatte Lisa massives Herzeleid, das sie immer wieder davon abhielt, die Schule, und vor allem ihren Nachmittagspart, die OGS, zu genießen. Mehrmals mußte ich sie mittags abholen, mehrmals mußte sie auch noch bei den Hausaufgaben weinen, wenn ihr die Erinnerung zurückkam.

Diese Woche nun läßt sich sehr viel vielversprechender an: Gestern hat Lisa den ganzen Tag in der OGS verbracht, und auch freudig erzählt, daß es auch da schön sei. Auch die Frau Sch., bei der sie Mathe hat und mit der sie in der ersten Woche wohl einmal aneinandergerasselt war, sei in Wahrheit schon viel lieber. Und jetzt genießt sie es auch, uns abends die Lieder vorzusingen, die sie in der Schule gelernt hat. Hausaufgaben hat sie allerdings scheinbar manchmal recht viele auf, es ist aber auch noch nicht ganz klar,  ob da nicht noch Mißverständnisse auftreten, die der erste Elternabend hoffentlich klären wird.

Natt as so’n Katt

nasses Zeug

Lisa ist Schulanfängerin, sagte ich schon. Die Schulanfänger machen tolle Sachen, zum Beispiel in den Wald fahren zum Drachensteigenlassen.

Und da kommt dann ein Handyanruf aus dem Wald „Ihre Tochter ist in einen Graben gefallen und pitschnaß…“

Man denkt, das darf nicht wahr sein. Rast mit trockenem Zeug der kleinen Truppe entgegen – es herrschten 5°! – und wechselt an der Straßenbahnhaltestelle die Kleidung. Hoffentlich bleibt sie gesund…

Düsseldorfer Wespen immer fieser!

Gleich zweimal stach eine Wespe Lisa eben, ins Ohr und in die Hand, als sie sie dann verscheuchen wollte, noch obendrein.

Große Tränen, aber glücklicherweise nur sehr kleine Schwellungen. Es war letzens sogar in der Zeitung zu lesen, daß die Wespen in diesem Sommer aggressiver seien – auch Papi hat kürzlich einen Stich abbekommen, und das konnte er bisher noch immer vermeiden.

Otobar und andere Zaubernummern

OtobarDer Otobar (reimt sich auf Ottokar, das ist zwar etwas müde, kommt mir aber bei jedem Aussprechen wieder in den Sinn) hat nicht nur einen lustigen Namen, er ist auch sonst ein putziges Gerät: es handelt sich um einen Nasenballon. Das ist ein Gerät, das ins Nasenloch gesteckt und durch die Nase aufgeblasen wird – es geht dabei nicht um Spiel und Spaß, sondern eine Verordnung vom HNO. So wird ein Druckausgleich zum Ohr hin geschaffen, und das soll helfen, um einen Erguß in Lisas Gehörgang, der sich dort inzwischen seit über einem Vierteljahr ergießt, abklingen zu lassen. Die ganze Geschichte fing an, als Lisa beim amtsärztlichen Hörtest im Kindergarten auf einem Lauscher ungenügend abschnitt. Wir eilten zum HNO, um zu erfahren, daß es eben einen Erguß gab, und deshalb ein aussagekräftiger Hörtest gar nicht zu machen sei. Mit abwechselnd Nasenspray und Säften bewaffnet, durften wir im Folgenden alle paar Wochen wieder antreten, stets ohne Ergebnis. Andere Mütter meinten trocken „das geht im Winterhalbjahr sowieso nicht wieder weg“, wir fragten uns schon, warum der Ärztin dieselbe Erkenntnis verschlossen bleibt.

Jetzt ist es also Januar, und wir sollen den Otobar versuchen. Lisa ist unmotiviert und hat ihre liebe Not damit. Wir haben es selbst mal ausprobiert – es geht wirklich schwer. Aber das soll es ja auch, es soll ja ordentlich Druck machen.

Ordentlich Druck muß ich jetzt auch bei der HNO-Ärztin machen; wir kriegten den Ottokar nämlich nur auf „Grünes Rezept“. Er kostet mit 6 Euro wahrlich kein Vermögen, trotzdem rief ich meine oft geschätzte Krankenkasse an und erfuhr, ich solle mir von der Ärztin ein normales Rezept ausstellen lassen, das dann zur Apotheke tragen, die müsse sich die Erstattung von der Kasse genehmigen lassen, dann würde die Kasse über die Apotheke das Geld erstatten. Wie bitte? Mindestens drei Wege, diverse Telefonate und vermutlich Porti sind also zwischen diesen vier Eckpunkten mir, der Ärztin, der Apotheke und der Kasse nötig, damit das Geld dahin kommt, wo es hingehört? Die Frage, warum man mir nicht gleich ein rosa Rezept gab, verhallt ungehört vor dem Hintergrund dessen, was man gern administrativen overhead nennt…

Kassen-Wirrwarr

Die Gesundheit unserer Kinder liegt neben uns auch unserer Krankenkasse am Herzen, das zeigt sie uns in Form einer Vielzahl von kindgerechten Angeboten ebenso wie in der Tatsache – allerdings gesetzlich verankert -, daß Kinder mit keinerlei Zuzahlungen behaftet sind, sondern alles übernommen kriegen.

Alles? Oh nein, daß man das nicht wörtlich nehmen darf, mußten wir schon ab und zu erfahren. Da sind die erweiterten Vorsorgeuntersuchungen, Sehtests ohne medizinische Indikation (die Tatsache, daß die Mutter einen Keratokonus hat, eine erbliche Sehstörung, ist anscheinend keine medizinische Indikation).

Und jetzt auch noch eine kleine Odyssee von Fahrtkosten. Im Mai hatten wir nämlich leider einen nächtlichen Anfall von Pseudokrupp, und riefen auf kinderärztliches Anraten den Notarzt. So wurde Lisa nachts mit dem Rettungswagen abgeholt (9,60 € Zuzahlung auch bei Kindern), dann aber „nur“ ambulant behandelt und morgens um 5:00 Uhr wieder entlassen. Morgens um fünf mit einem Kleinkind draußen in Kaiserswerth bleibt einem nichts anderes übrig, als ein Taxi zu rufen, um nach Hause zu kommen (20,50 €, keine Erstattung, weil nur ambulante Behandlung). Da ist man also mit dreißig Euro dabei; im Nachhinein doppelt ärgerlich, weil eben nur ein Rettungswagen gekommen ist, dessen Besatzung uns offensichtlich für hysterisch und unser Kind für nicht ernsthaft krank hielt – wäre ein Arzt gekommen, hätte er die ambulante Behandlung vermutlich auch zu Hause durchführen können.

Einmal mehr möchte ich betonen, daß es sich hierbei um eine Krankenkasse handelt, mit der wir sehr zufrieden sind. Von Freunden und ihren Kassen hören wir noch ganz andere Geschichten, da wird jede weiter gehende Kostenübernahme, sei es Zahnersatz oder Ernährungsberatung (bei Adipositas I) grundsätzlich abgelehnt und erst nach Intervention des behandelnden Arztes doch übernommen oder der geringfügig beschäftigten Ehefrau die Familienversicherung verweigert – hierbei handelt es sich immerhin um einen gesetzlichen Anspruch!

Varicelle – Windpocken – spitze Blattern

Man muß sich ja erst einmal schlau machen, wovor man alles warnen muß. Also, Kinderkrankheiten haben Einzug genommen in unser Haus. Lisa hat die Windpocken. Ist nicht toll, aber auch nicht so schlimm…

Am Wochenende glaubten wir noch an ein paar harmlose Mückenstiche, so schickten wir sie gestern ganz normal in den Kindergarten. Als wir dort dann mittags den Aushang mit der Warnung sahen, wußten wir bescheid. Heute beim Kinderarzt, der es bestätigte. Aber es sei ein milder Verlauf, will sagen, es juckt sie nicht wie verrückt.

Tja, Christian ist dann wohl in 2 Wochen dran.

Lippenrot

Ich habe ja volles Vertrauen in die Fähigkeiten der Erzieherinnen in Lisas Kindertagesstätte, aber heute kam mir schon eine Zeile von Oscar Wilde in den Sinn:

To lose one parent may be regarded as a misfortune; to lose both looks like carelessness.

(Oscar Wilde, The Importance of Being Earnest)

Das war, als ich zum zweiten Mal in einer Woche angerufen wurde, weil Lisa sich die Lippe verletzt hatte. Am Dienstag mußte ich mit ihr zum Kinderarzt, weil ein Mädchen sie geschubst hatte und sie sich auf die Lippe gebissen hatte, heute nun war sie vom Schaukelstuhl gefallen und hatte eine dicke Lippe.

Aber das ist natürlich nur schlechtes Karma, die KiTa kann jedenfalls nicht wirklich etwas dafür – eine andere Aufsicht, eine andere Situation, diesmal ist kein anderes Kind involviert…

Die Wissenschaft hat festgestellt…

…daß Milch-Schnitte Schnaps enthält??? Das, liebe Kinder, wollen wir uns jetzt mal ansehen.

Aber von Anfang an: Schon Mami aß sie als Kind gern, und deshalb kriegten, zunächst auf Veranlassung der Nonna, auch unsere Kleinen schon früh Kaffeejoghurt. Ohne besondere Nachprüfung schien uns der Koffeingehalt vermutlich vernachlässigenswert gering, so daß beide schon seit etwa ihrem anderthalbten Jahr das Zeug löffeln durften. (Ehrlich gesagt, macht sich Papi mehr Sorgen um den Zuckergehalt der Substanz…)

Heute nun hatten wir Lisa ihren Joghurt mit in den Kindergarten gegeben. Und erfuhren Überraschendes: Sie bekam ihn wieder mit zurück, solche Sachen würden sie den Kindern beim gemeinsamen Frühstück nicht geben. Und im darauf folgenden Gespräch fiel dann eben auch der Satz von Frau J., Milch-Schnitten dürfte man auch nicht mitgeben, weil die ja Alkohol enthielten. Wie Schwarzwälder Kirschtorte.

Wir waren baff. Dieses noch zuckrigere Zeug steht nun ohnehin nicht auf unserem Speiseplan, aber trotzdem, noch mal, Alkohol in einem Kindernahrungsmittel? Zuhause wurde sofort eine Internetrecherche gestartet, die die – nur zur Hälfte – urbane Legende aufklärte: Es stimmt, die Milch-Schnitte enthielt bis 1999 tatsächlich eine minimale Menge Alkohol als nicht deklarationspflichtigen Aromaträger (dieser Zeitungsartikel erzählt, wie Kinder es herausfanden), man mag geteilter Meinung sein, ob die Dosis relevant oder vernachlässigenswert war, Ferrero ruderte jedenfalls anscheinend sofort zurück und entfernte die strittige Substanz (dieser Forenbeitrag einer Ernährungswissenschaftlerin vom aid infodienst gibt Entwarnung).

Damit hieß es für uns zurück zum Koffein – wie viel ist denn nun drin in unserem Joghurt? Schädigen wir unser Kind achtlos, oder ist die Dosis homöopathisch und zu vernachlässigen? Wir haben es nicht genau rausgefunden und den Hersteller direkt angeschrieben, auf die Antwort warten wir. Aber dieser Satz einer Semesterarbeit der ETH Zürich blieb jedenfalls hängen:

Mehr als 80 % der Weltbevölkerung konsumiert diese Droge regelmässig, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Kultur.

(James JE. Caffeine: The Drug and Its Use. In: Understanding Caffeine. Sage Publications Inc., Thousand
Oaks, California, Chapter 1)

Unabhängig vom Alter… d. h. zu dieser Gruppe gehören Kinder ohnehin dazu, da, wie diese Arbeit weiter ausführt, Kaffee in allem Möglichen enthalten ist, das wir uns gar nicht bewußt machen.

Schaukeln

Eben saß Lisa noch auf der Schaukel, einen Augenblick später lag sie weinend am Boden. Als wenn das nicht reichen würde, hatte sie einen ziemlich tiefen Riß am Kinn. Unser Doc sagte am Handy, wenn das genäht werden müsse, gingen wir besser gleich ins Krankenhaus.

Also auf dahin, und später am Abend hatte Lisa dann zwei Stiche am Kinn. Und ein Dormicum intus, das es in sich hatte. Sie war ohne motorische Kontrolle, wie eine Betrunkene, und konnte diesen Zustand natürlich gar nicht verstehen. Bis sie einschlief, war es recht hart für uns.

Beule

Gestern abend fiel Lisa bös die Kellertreppe hinunter. Wir waren auf dem Weg zur Waschküche, und sie strauchelte und fiel etwa vier, fünf Stufen tief auf den Betonfußboden, Stirn voran.

Zuerst sah es aus, als sei nichts passiert, sie weinte natürlich, aber die Beule sah harmlos aus. Als wir im dritten Stock angekommen waren, war sie vogeleigroß und sah furchteinflößend aus.

Wir entschieden uns, sie ins Krankenhaus zu bringen. Dort bestätigte sich der Verdacht auf eine Gehirnverschütterung oder gar Schlimmeres aber nicht, und sie wurde wieder nach Hause geschickt. Die Beule war schon zu dieser Zeit wieder auf ein Drittel ihrer Größe zurückgegangen. Heute morgen waren wir zur Nachkontrolle beim Kinderarzt, und der fand auch, es sei alles in Ordnung. Lisa selbst war sowieso längst wieder wohlauf.

Glück gehabt.

Krankengeschichten

Als wenn es nicht reichen würde, daß Lisa mit den Großeltern zu Hause saß während Papi Christian ins Krankenhaus brachte, legte Lisa gleichzeitig auch noch Fieber und Durchfall vor. So verbrachten Lisa und Papi, nachdem denn auch noch die Großeltern abreisten, eine eher unerfreuliche Zeit zu Hause, mit einem Fieber bis zu 40,6° das nicht weggehen wollte, auch nachdem der Stuhl sich längst normalisiert hatte. Wir wissen inzwischen, daß der Grund eine Blasenentzündung war und ist. Obwohl heute das Fieber von selbst verschwunden ist, sagte der Kinderarzt nach der letzten Urinprobe, daß Antibiotika unvermeidlich seien. Die nehmen wir jetzt.

Heinrich, der Wagen bricht!

Oh Mann, das mußte wenige Tage vor Weihnachten doch wirklich nicht sein: Mit meiner Kutsche, dem Bugaboo Frog, sind Mami und Papi eigentlich immer toll zufrieden, und ich liege auch sehr gern da drin. Und jetzt das: Morgens in der Straßenbahn macht es „knack!“ und der Bremszug reißt. Das allein ist ja schon dumm genug, ohne Feststellbremse ist man nicht gern unterwegs (he, wenn ich das Ding lenken könnte, dann sähe ich das anders…), aber es steigerte sich noch: Als wir zum Baby Walz fuhren und fragten, was man denn da tun könne, sagte uns die liebe Frau, da müsse man den Wagen nach Holland einschicken. (Eine tolle Technik – ein Bremsbowdenzug, der an beiden Enden Kugeln aufgequetscht hat, so daß man auch sicher nicht einen aus der Fahrradwerkstatt nehmen kann.) Einschicken! Wegen eines gerissenen Bremsseils! Ist das noch steigerbar? – Leider ja: Im Werk in Holland sind Weihnachtsferien bis zum 7. Januar…

Da sitzen Mami und Papi jetzt also, wollen über Weihnachten nach Hamburg fahren, und haben keine Bremse. Und die liebe Frau sagt, wir kriegen vielleicht einen Ersatzwagen, aber das ist dann eben ein anderes Modell, wer weiß, ob ich das bequem finde?

Dann haben wir aber doch noch eine andere Lösung ausgehandelt, die die liebe Frau am Montag ausprobieren will: Sie will mit der Verkäuferin vom Werk sprechen, ob die ein Ersatzfahrgestell schicken kann, das wir leihen könnten. Dann hätten wir alles so, wie es uns vertraut ist…

Blähungen sind doof

Papi mosert, weil ich unzufrieden bin. Der hat doch keine Ahnung, was es bedeutet, wenn so ein kleiner Organismus ganz mit Verdauung beschäftigt ist! Das ist nun einmal mein Haupt-Lebensinhalt in diesem Alter. Blähungen! Immer wieder Blähungen! Oder Koliken! (Ist doch irgendwie alles das gleiche…) Eine halbe Stunde nach der Mahlzeit, während der Mahlzeit, in der Essenspause zwischen linker und rechter Brust. Das wirft mich immer völlig aus dem Konzept. Natürlich schreie ich dann, und bin dann ganz schlapp. Und natürlich komme ich dann nicht recht zum Trinken.

Ärztin und Hebamme sagen alle, das kommt eben vor, und geht auch wieder. Toll. Lieber heute als morgen!