Kindermund / Chicken Nuggets

„Mami, heute gab es Chicken Nuggets. Die waren tatsächlich von Mc Donald’s geliefert!“

„Das können wir nicht recht glauben. Meinst du wirklich?“

„Na, ein Junge sagte, er mag sie nicht. Und da hat ihm die Erzieherin gesagt, daß sie von Mc Donald’s geliefert wurden.“

„Da glauben wir eher, daß sie ihm das nur gesagt hat, damit er sie ißt. Meinst du nicht auch?“

„Ja, das kann sein. Aber Mami, ich glaube, daß sie wirklich von Mc Donald’s geliefert wurden. Weil die echten Chicken Nuggets von Mc Donald’s nämlich gar nicht so gut schmecken. Und diese schmeckten nämlich auch gar nicht so gut.“

Running Dinner

Ein „Running Dinner“ ist ein Menü, das Mehrere zusammen veranstalten, bei dem jeder Gang an einem anderen Ort eingenommen wird. Aber genug der Vorrede…

Es ist Donnerstag. Donnerstags hat Mami ihren Schwedischkurs, und Papi und Lisa bleiben allein zu Haus. Nachdem er vom Einkauf zurückkam, durfte Papi also zunächst Lisas Abendbrei zubereiten. Das geht laut Mami ganz einfach, hat für Papi aber etwas von Harry Potters Zaubertrank-Lektionen bei Professor Snape. Dann Lisa an den Abendbrottisch gesetzt, und begonnen, das Mahl (das ich als gelungen bezeichnen würde) zu löffeln. Nach drei Löffeln hebt ein Wehklagen an, das durch alle üblichen Bespaßungsmaßnahmen nicht zu beheben ist. Moment, wie macht Mami das denn noch gleich? Richtig, abends spielt Lisa meist bis zum Schlafengehen. Und hat dann trotzdem ihren Brei zu zwei Dritteln gegessen. Also wird das Abendessen im Kinderzimmer eingenommen…?

Was jetzt beginnt, ist, nun ja, eben ein „Running Dinner“ – ein Löffelchen in der Kuschelecke, weitergekrabbelt zur Kullerbahn. Schnell ein Löffelchen zwischen zwei Kugeln. Weiter zum großen Eimer mit den Bauklötzen, nur unterbrochen von zwei, drei Löffelchen. Hinterher den zweiten Gang, ein Fläschchen Milch, im Vorbeikrabbeln eingenommen.

Jetzt liegt Lisa im Bettchen, und Papi hat frei. Und es ist tatsächlich eine ordentliche Menge Brei und Milch weggekommen. Das geht also.

Obstbrei mit Stäbchen

Der lustige Doktor, der immer auf- und abhüpft (und so ein kaltes Stethoskop hat…) hat gesagt, daß ab jetzt alle Schranken fallen, und ich essen darf was ich will. Und als wir nach Hause kamen, da hatte ich Obstbrei, und Mami und Papi hatten ein thailändisches Curry. Das haben die mit Stäbchen gegessen!

Natürlich wollte ich auch mit Stäbchen spielen, und natürlich kriegte ich auch etwas aus dem Curry, ein paar Erbsen und Nudeln. Der Rest war zu scharf. Und natürlich wollte ich danach meinen Löffel mit Brei nicht mehr, weil die Erbsen mit Stäbchen ja viel spannender waren. Da hat Papi mir meinen Brei mit Stäbchen gegeben, der war so dickflüssig. Das war lustig! Ich hab‘ den ganzen Rest aufgegessen, so viel Spaß hat das gemacht.

Möhrchen! Ta-daaah!!

Und wenn es heißt, daß „wir“ Möhrchen gegessen haben, und das unter meinem Namen verzeichnet ist, dann meint es auch, daß ich, Lisa, Möhrchen gegessen habe!

Wenn das man keine Premiere war. Heute mittag gab es mein erstes Gläschen, mit Alnatura Möhrchen. Streng gemäß der Anweisung der Hebamme Ute Rinke.

Mami und Papi waren ganz schön aufgeregt, aufgeregter als ich. Haben lange gefrickelt, bis die Temperatur perfekt war. Mit einem Gläschenwärmer und einem temperaturempfindlichen Löffel, der schon bei lauwarmem Zeugs anschlug. Dann haben sie mir ein riesiges Lätzchen umgebunden, und dann kriegte ich meinen ersten Löffel, der nicht Muttermilch war. (Stimmt natürlich auch nicht. Ein oder zwei Medikamente kriegte ich schon, zuletzt homöopathische Kügelchen von Osanit gegen Zahnungsprobleme. Und als es ganz heiß wurde, haben sie mir Wasser zugefüttert. Jaja…)

Aber trotzdem, was besonderes war es schon. Schmeckte mir eigentlich ganz gut, ein bißchen fad vielleicht, so ganz ungewürzt. Aber mal sehen, ich könnte mich vielleicht dran gewöhnen… (Ups, Mami sagt, ich muß, früher oder später…)

Taufmenü

Hierfür zeichnet die Ratinger historische Wasserburg Haus zum Haus, die trotz grusliger Website hervorragenden Service und ebensolches Essen in historischem Ambiente bietet:

– Entenleberpastete mit Orangenfilets an kleinem Herbstsalat
– Rinderfilet in milder Pfeffercreme auf Gemüsespaghettini oder
Doradenfilet auf geschmolzenen Zucchini mit Olivenbruschetta
– Eine süße Überraschung

Die Vogonenkommentare dazu: Am Herbstsalat war u. a. Blutorangengele, das wirklich hervorragend war. Die Spaghettini waren Fettucine, aber Papi hatte sowieso Dorade, und die war wirklich gut. Das Rindsfilet anscheinend auch. Die Zucchini waren natürlich nicht geschmolzen, dann wären sie ja weg. Die süße Überraschung war eigentlich der „Haus-zum-Haus-Teller“, den wir auch bestellt hatten, bestehend aus Früchten, Eis und Mousse au chocolat, und war wiederum hervorragend. Daß Service und Ambiente stimmen, was hier in Deutschland wahrlich nicht selbstverständlich ist, sagte ich ja schon.

Pizza

…traurig, nicht wahr? Aber es hat so stark geregnet, daß wir nicht mehr zum Einkaufen fahren wollten, und auf Tiefkühlkost hatten wir auche keine Lust. Also haben wir Hallo Pizza gerufen.