Zauberworte

Es gilt, am Benimm zu feilen. So waren heute Gäste mit zwei Kindern zu Besuch, und Lisa hatte größte Schwierigkeiten, von ihrem Spielzeug abzutreten, auch nur leihweise. Dafür lieferte sie zum selben Thema diese schöne Episode ab: „Ich will Apfelschorle“ – „wie heißt das Zauberwort?“ – „Gugus!“ …und legte dann etwas später noch nach: „Jetzt sind wir wieder alleine, Mama, ich will Gummibärchen.“

Zahnen, die Vierte

Jetzt sind es vier… damit ist dem Symmetriebewußtsein wieder Genüge getan. Nach dem rechten oberen Schneidezahn kommt jetzt der linke heraus. Auch diesmal wieder macht das Zahnen leider Not… die Nächte sind entsprechend abwechslungsreich – kann man als Kleinkind eine Osanitabhängigkeit entwickeln?

Ein schöner Geburtstag oder propos Naßmachen

Lisa hat ihren ersten Geburtstag hinter sich, und dabei ist sie kaum ein halbes Jahr alt. Und huiii, was für ein Geburtstag!

Schlußendlich hat es wohl allen gut gefallen, aber es war ein aufregender Weg dahin, nicht nur für so ein kleines Kind.

Der Geburtstag ist der von Barbara, und er fing ganz harmlos an, mit einem großen gemeinsamen Frühstück. Er ging auch harmlos weiter, mit dem Versuch von Barbara, ihre Arbeitsstunden trotzdem zu absolvieren.

Dann aber entglitt er ein wenig der Kontrolle, obwohl eigentlich niemand etwas dafür konnte: Die Tessiner Nonne wollten mit Lisa einen Spaziergang unternehmen, um uns ein wenig zu entlasten. Sie waren kaum 5 Minuten weg, da erging sich ein Wolkenbruch erheblichen Ausmaßes, und zwar ohne eine Vorwarnung, die einer von uns hätte lesen können.

So kamen denn sehr kurze Zeit später drei Menschen pudelnaß zurück, im Wortsinne, samt Kinderwagen bis auf die Haut. Es begann ein großes Trockenlegen und gegenseitiges Kleiderausleihen, das zu der witzigen Feststellung führte, daß Martin und ich und Luisa und Barbara jeweils fast genau die gleichen Kleidergrößen tragen können. Lisa jedoch war, obwohl der Regen warm und sie nur durchfeuchtet war, etwas traumatisiert und wollte nur noch kuscheln.

Damit wurde umdisponiert, der Babysitter für den Abend abbestellt (das wäre Meike gewesen, Lisas Taufpatin). An der Stelle des großen Ausgangs wurde ein heimisches Käs’fondue einberufen, viele Kerzen im Wohnzimmer, südafrikanischer Chardonnay, Lisa war schon um acht Uhr direkt nach dem Stillen eingeschlafen. Gegen zehne wachte unsere kleine Demoiselle doch noch auf, wurde aber während des Kaffees wieder in den Schlaf gestillt. Ich denke, es war ein wundervoller Abend, ich hoffe, es denken möglichst viele so.

Fröhliche Babies verlassen uns – nicht ganz

„Happy Baby“ ist ein Grüne-Wiese-Babymarkt am Ostrand von Düsseldorf, nahe der Metro und dem Arbeitsamt. Ob er toll war, lasse ich mal etwas offen, ich fand ihn billig aufgemacht und zu vollgestellt. Ab er führte dafür recht preiswerte Markenartikel. Egal, denn er verläßt uns, macht Räumungsverkauf. Da gibt es dann nur noch Ramscherangebote. Die gute Markenware war sofort weg, und jetzt wurde LKW-weise Billigware in die Räume hereingekarrt (sorry, Leute, so ist es nun einmal. Wir wissen, was für Ware vorher da war.) Wie geht es weiter: „Ab dem 15. Oktober 2004 sind wir in etwas neuer Form wieder für Sie da“ verkündet die Website. Wir sind gespannt auf die etwas neue Form – neuer Name, gleiche Ware…

Ein anderer, schönerer Grüner-Wiese-Babymarkt ist übrigens „ProPänz“ in Kaarst. Dort kauften wir schon Lisas Kinderzimmermöbel und einiges andere.

Nonnono

Die Großeltern aus der Schweiz waren wieder zu Besuch. Juhuu, sie haben viele tolle Dinge mitgebracht, und außerdem noch geholfen, mein Zimmer zurechtzumachen. Jetzt ist es fast wirklich ganz völlig fertig! Die Wände schön sonnengelb, und auch der Bodenbelag ist drin.

Papi hat dann noch weitergemacht, und hat meinen Kleiderschrank aufgebaut. Da hat er ganz schön bei geflucht – ist eben nicht die bekannte schwedische Präzision. Aber fertig ist fertig, hat er gesagt. Daß es schwer ging, sieht man hinterher nicht mehr. Dann hat er noch Vorhänge aufgemacht, ganz lustige, mit vielen Tierschwänzen dran!

Jetzt wird erst mal ein fremder Mann drin wohnen, für eine Woche. Der kommt ganz aus Ruanda. Und nach meiner Taufe kriege ich dann das Zimmer. Da freu‘ ich mich drauf.

U4

Jetzt habe ich es glatt versäumt, von Lisas viertem Lebensmonatstag zu schreiben, und aus der einstmals löblichen Idee des „Was wir gegessen haben“ ist schon ein running gag geworden, indem es heißt, ich müsse ja inzwischen endlich schlank sein, weil ich ja nichts mehr äße.

Da will ich zumindest mal wieder von der U4 berichten, der vierten Untersuchung. Tja, mal wieder ist eigentlich alles in Ordnung. Lisas Gewicht (6,8 kg) und Größe (64 cm) ebenso wie alles sonst Untersuchte. Nur eins merkte Barbara schon im Vorfeld an, als sie den Anforderungskatalog studierte: „Wir könnten sie eigentlich gleich zur U5 anmelden…“

Denn Lisa dreht sich locker auf den Bauch, seltener auch wieder auf den Rücken, hält dazwischen ihr Köpfchen problemlos 4 Minuten hoch. Sie lautiert ganze Tonleitern rauf und runter, greift nach ihrer Rassel. Als normalbegabte Eltern können wir da nur Angst kriegen. Und der Arzt bestätigt unseren Eindruck: Dieses Kind braucht seine Hilfe nicht.

Dafür gibt es eine Impfung. Und jetzt sind wir gespannt, was die Nebenwirkungen sein werden. Bis jetzt ist Lisa nur unruhig…

Herzlichen Glückwunsch auch!

Liebe Lisa,

heute bist du drei Monate alt. Und ausgerechnet diesen schönen Tag feierst du mit einem großen Aua-Bäuchlein :-( Das ist schade, aber nicht wirklich schlimm. Denn immer, wenn es gerade nicht drückt, bist du ja fröhlich wie immer. Nur zwischendurch ist eben das Geschrei laut, und deshalb habe ich dich gerade eineinhalb Stunden im Glückskäfer durch die Wohnung getragen. Jetzt schläfst du. Heute morgen hast du schon erste Dreh- und Streckübungen auf dem Schaffell gemacht und versucht, dich in Richtung auf dein Spieltrapez zu drehen.

Du hast in den letzten Monaten unser Leben ganz schön umgekrempelt – das war zu erwarten, und war doch intensiver als erwartet. Unser Umzug und die Renovierung der neuen Wohnung haben darunter gelitten, aber natürlich war es das wert! Es ist einfach unbeschreiblich mit dir, und wir sind sehr froh, daß wir dich haben.

Alles Gute, kleine Lisa!

Wir basteln unserer kleinen Lisa ein kleines Reich

So langsam geht es voran mit der Ausgestaltung unserer neuen Wohnung. Lisas Palast, das Kinderzimmer, kommt zwar erst viel später an die Reihe, aber das kleine Reich wächst so langsam.

Seit Sonntag geht in der Küche auch die Spüle, was allerdings noch mal viel Schweiß und Tränen kostete, denn mit der Stichsäge in der Arbeitsplatte herumfuhrwerken ist Schwerstarbeit, und eines der hausseitigen Eckventile wollte das Tröpfeln nicht lassen.

Seit heute arbeite ich am Bad, das natürlich die nächsthohe Priorität hat.

Kind, was bist du groß geworden!

Liebe Lisa, heute bist du zwei Monate alt. Und wenn ich mir dich so ansehe, wie du neben mir auf dem kleinen Schaffell am Boden liegst, möchte ich wirklich den Schlachtruf aller Großmütter dieser Welt ausstoßen: „Kind, was bist du groß geworden!“

Es ist aber tatsächlich so: Tag für Tag passiert etwas, aus dem ersten, reflexiven Lächeln wird ein breites, gewolltes Lachen (OK, jetzt gerade nicht…) – in den Strampler Größe 56 mit den kleinen Ferkeln bist du zuerst reingewachsen, jetzt wächst du raus; ab und zu ertönt ein modulierendes Quietschen, und deinem Mobile blickst du schon ganz erkennend nach.

Da kann man als Vater ganz schön ins Grübeln kommen: Bald kommen die ersten Zeugnisse, dann die ersten Jungs, und dann zieht sie auch schon aus. Na gut, das ist vielleicht eine etwas verkürzte Sichtweise…