Vorschul-Intelligenztest

Jetzt war es soweit: Lisa hatte ihr Anmeldegespräch bei der Carl-Sonnenschein-Schule. OK, erwartet hatten wir, wir hätten das Anmeldegespräch, und Lisa solle dabei sein, damit sie sie einmal kennenlernen. Aber nein, unsere Rolle war neben dem Ausfüllen eines dreiseitigen Fragebogens relativ marginal. Lisa dagegen wurde einer Schultauglichkeitsprüfung auf Herz und Nieren unterzogen, mit der ich nicht so recht gerechnet hatte.

Zunächst wurde sie gebeten, ein Bild von einem Haus, einem Baum und sich selbst zu malen. Da Lisa sehr gründlich an solche Aufgaben herangeht und sich auch nicht hetzen läßt, war nach fünf Minuten erst das Haus fertig, und die Erde, aus der der Baum wachsen sollte. Dann waren wir dran, das Bild mußte also hinterher fertig gemalt und zu den Akten gelegt werden.

Wir wurden zu Frau G. hineingebeten, einer älteren Lehrerin, und nach kurzem Geplänkel zum Warmwerden ging es los: Ob Lisa ihren Namen auf das Bild schreiben könne (sie kann, aber wehe den Kindern, die Emilia-Emmalotte heißen…), ob sie ein paar der Bilder auf dem Buchstabenhaus benennen könne (kein Problem), ob sie bitte einmal einen großen Schaumstoffwürfel würfeln könne, und dann bitte die geworfene Augenzahl aus einer Dose mit farbigen Chips nehmen, noch einmal würfeln und diese Augenzahl von Chips einer anderen Farbe nehmen, und ob sie die Chips addieren könne. (Wie bitte? Addieren? Eine Fünfjährige? Aber klar doch, 5+3, abzählen ist ja erlaubt, und Lisa verzählt sich nur ein bißchen, also klar, machen wir.)

Zuletzt mußte sie eine Bildergeschichte auf Kärtchen in Reihenfolge bringen und nacherzählen. Das löste sie etwas eigenwillig, ein Kind war mit einem Stuhl auf einen Schrank geklettert, um an ein Bonbonglas zu kommen, dann fiel der Stuhl um und das Bonbonglas herunter. Lisas Schluß der Geschichte lautete einfach „und dann sitzt das Kind da.“ – „Und das Bonbonglas?“ – „Ist nicht mehr da.“ (Trifft zu, es war in tausend Scherben zerbrochen…)

Einen Eingangstest hat Lisa allerdings versemmelt: Sie gab der Frau G. nicht die hingehaltene Hand. Das wurde mit einem sehr mißbilligenden Blick bedacht.

Ich finde, daß Lisa sich insgesamt sehr gut gehalten hat, bin sehr stolz auf sie, und jetzt heißt es warten. Bis Februar.

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