Lisa im Sommer

Nur noch selten komme ich dazu, hier von Lisas Fortschritten zu berichten. Das liegt, unter anderem, natürlich an Lisas Fortschritten. Denn wir verbringen soviel Zeit wie möglich damit, fasziniert zuzuschauen, wie dieses kleine Persönchen voranschreitet.

Der Sommer hat da auch wieder viel gebracht. So hat sie sich in den drei Wochen Schwedenurlaub so entwickelt, daß alle uns hinterher sagten, sie sei ja gewaltig in die Höhe geschossen. Objektiv ist sie tatsächlich gewachsen. Vor allem aber ändert sich vieles andere: So läuft sie jetzt natürlich richtig sicher (wobei sie immer noch aufgeregt mit den Armen rudert wie ein Windrad), beginnt zu sprechen (das entwickelt sich langsam, vermutlich da sie immer noch nur vier Zähne hat – aber wir haben deutliche Gesprächsbestandteile wie „Kuckuck“ beim Versteckspiel, „Keke“ für Keks, „Gougou“ für Joghurt und „Dan-“ für Danke, „Tschütschü“ für Tschüß, „hei-“ für heiß) und kontrolliert ihre Motorik und Kombinationsgabe (sie kann Kindersicherungen auseinander- und Legosteine zusammenfügen, Taschen ein- und ausräumen, Handies und Fernbedienungen umprogrammieren und etwas malen, was und worauf auch immer…).

Sie trainiert dabei natürlich auch ihren Willen, und es kommt zu Auseinandersetzungen: Wer allein in das Hochstühlchen klettern kann, kann auch wieder hinaus, und glaubt entscheiden zu dürfen, wann die Mahlzeit beendet ist. Lisa bestimmt, daß sie das Gemüse nicht essen möchte, statt dessen einen Keks will, und daß jetzt bitte jemand mit ihr spielen soll. Wir versuchen dagegen zu halten, denn ein Grundgerüst aus Erziehung muß schon sein, und so entsteht ein Wettstreit, in dem Autorität sich erst definieren muß.

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