Murphy’s Law und Reifenwechsel

Da liegt Lisa auf meinem Schoß und lacht mich an. Als könnt‘ sie kein Wässerchen trüben. Und nebenan sieht es aus wie in diesen Szenen bei M*A*S*H, wenn die Chirurgen im OP gerade 20 Schwerverwundete auf einmal operiert haben und anschließend völlig erschöpft dasitzen.

Aber der Reihe nach: Mami fand, sie wolle auch mal wieder Fahrrad fahren. Nur kurz zum Baumarkt, Fliesenkreuze und Abdeckkappen für Elektroverteiler holen, das ginge ja wohl. Lisa sei erst in einer Stunde wieder dran. Nun ist es nicht etwa so, daß ich mich noch nie eine Stunde allein mit Lisa beschäftigt hätte. Kleinigkeit. Lisa liegt auf der Spieldecke, Papi sitzt daneben. Alle Kontrollampen sind grün.

Füf Minuten später sind sie natürlich rot. Lisas Gesicht und Geräuschpegel verraten deutlich, daß die Kackiproduktion auf Hochtouren läuft. Also ab mit der Dame auf dem Arm ins Bad, Warmwasser geholt. In diesem frühen Stadium geschieht der erste Mist, ein harmloser: Das volle Wasserschälchen fällt vom Badewannenrand, das Bad schwimmt. Oh, schade, keine Handtücher da, um es aufzunehmen, die sind gerade in die Waschmaschine gewandert. Nun gut, das werden wir hinterher richten, jetzt sind die Dezibel gerade etwas zu laut hier.

Im Schlafzimmer ist die Balkontür zum Lüften offen. Sie schließt etwas schwer, aber wenn man sich dagegenwirft, geht es ganz einfach. Am Wickeltisch wird Lisa ausgepackt. Da stellt sich dann heraus, daß Papi eine schwere Fehleinschätzung unterlaufen ist: Die Kackiproduktion war nicht etwa gelaufen, sie hatte noch nicht mal recht begonnen. Bei offener Windel mußte Papi machtlos mitansehen, wie erst mehrere kleine Schübe sich ergossen (OK, vielleicht bleiben die Klamotten wenigsten sauber… Gut, der Body nicht, aber vielleicht der Strampler… der auch nicht, und die Wickeltischdecke auch nicht). Rechtzeitig gehen die Papiertücher aus, neue liegen wohl parat, aber die Packung will einhändig und unter Gefechtsbedingungen geöffnet sein.

Lisas Dezibel sind beachtlich, ihr Höhepunkt kündigt einen neuen Rekord an: Ein Strahl von Kacki schießt hervor und ergießt sich bis über Papis Hose. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung. Eher notdürftig wird das Schlachtfeld gesäubert, Lisas akustische Fehlermeldungen werden mit geheuchelten Äußerungen des Bedauerns quittiert, ansonsten aber ignoriert. Der Fön trocknet den Hintern, was Lisa meist zumindest notdürftig zur Ruhe bringt. Eine neue Windel verschließt die Quelle. Puuh. Da klingelt das Handy nebenan. Mami will wissen, welche Größe von Elektroverteilerabdeckkappen sie holen soll. Weiß Papi auch nicht, sie soll eben ein paar von beiden holen.
M*A*S*H
Allmählich gerät die Situation wieder unter Kontrolle. Später werden wir hier aufräumen. Jetzt muß ich aber aufhören, denn ich habe Kacki an der Tastatur. Und Lisa alarmiert auch schon wieder, denn sie müßte mal wieder aufgetankt werden. Ah, da kommt Mami. Fein.

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